Backup/Restore der BOOTCAMP-Partition mit Hilfe eines Images

Mit dem Festplattendienstprogramm kann man von jedem eingehängten Laufwerk ein Image erstellen, beispielsweise als Backup. Das Einspielen eines solchen Images der BOOTCAMP-Partition bricht jedoch mit einer Fehlermeldung ab. Dennoch kann man das Image nutzen, um das Image als Backup erfolgreich einzuspielen.

Im Festplattendienstprogramm kann über die Auswahl mit einem Rechtsklick auf eine der vorhandenen Laufwerke in der Seitenleiste immer ein Image erstellt werden. Im Falle der BOOTCAMP-Partition heißt der Eintrag Image von „BOOTCAMP“. Je nach Nutzung seiner BOOTCAMP-Partition sollte regelmäßig ein solches Image angelegt und gesichert werden. Es trägt standardmäßig den Namen BOOTCAMP.dmg.

Image von „BOOTCAMP“

Ebenfalls über einen Rechtsklick auf die BOOTCAMP-Partition erhält man unter anderem den Eintrag Wiederherstellen …. Wählt man hier das zuvor erstellte Image BOOTCAMP.dmg aus, so bricht die Wiederherstellung recht schnell mit verschiedenen Fehlermeldungen ab. Einige Beispiele:

  • Could not restore – invalid argument
  • Could not change the partition type for /dev/disk0s3 - Der Vorgang ist nicht zugelassen

Das Problem ist hier, dass das Festplattendienstprogramm beim Anlegen des Images Datei für Datei kopiert. Benötigt wird allerdings eine Methode, die Byte für Byte kopiert, da für das Wiederherstellen das UNIX-Werkzeug dd verwendet wird. Das zuvor gesicherte Image BOOTCAMP.dmg muss erst in dieses neue Format gebracht werden.

Der Befehl für die Konvertierung sieht folgendermaßen aus:
hdiutil convert -format UDTO -o BOOTCAMP.img BOOTCAMP.dmg

Dieser muss im Terminal durchgeführt werden. Hierbei wird eine neue Datei namens BOOTCAMP.img.cdr erstellt, es wird demnach genug Speicherplatz für beide Images benötigt, welche in ihrer Dateigröße nahezu identisch sind (bei mir lag der Unterschied bei wenigen Kilobyte).

Zu guter Letzt muss dieses Image nun eingespielt werden. Dazu wird die Information benötigt, um welche BSD-Geräteknoten (device node) es sich handelt. Diese Information erhält man jedoch ganz schnell, indem man wieder mit der rechten Maustaste auf das BOOTCAMP-Laufwerk klickt und dann den Eintrag „Informationen“ auswählt. Direkt der dritte Eintrag müsste es sein.

BSD-Geräteknoten disk0s3

Der Befehl zum Einspielen sieht folgendermaßen aus:
sudo dd bs=1m if="BOOTCAMP.img.cdr" of=/dev/rdisk0s3

Hinweis: Dieser Befehl überschreibt sämtliche Daten auf dem gewählten Laufwerk.

Auch dieser Befehl muss im Terminal ausgeführt werden. Dabei muss ganz hinten der BSD-Geräteknoten angegeben werden. Aus dem Geräteknoten disk0s3 wird demnach /dev/rdisk0s3. Wichtig ist das vorangestellte r, das für „raw“ steht. Das Laufwerk wird also in seinem Rohzustand überschrieben.

Danach wurde das Backup erfolgreich wiederhergestellt.

Ich habe das Einspielen nur mit einer bereits davor über den Boot-Camp-Assistenten angelegten Boot-Camp-Partition getestet. Allerdings gehe ich davon aus, dass die Anleitung auch lediglich mit einer vorher angelegten separaten Partition funktioniert, wenn es um das Wiedereinspielen geht.

7 Kommentare zu “Backup/Restore der BOOTCAMP-Partition mit Hilfe eines Images

  1. Vielen Dank für den Artikel. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist die beschriebene Methode eine Alternative zu WinClone!? Dazu noch ein paar Fragen. Diese Methode geht, obwohl die Windows 10 Patition NTFS formatiert ist? Wo liegen die img-Dateien? Kann man den Prozess/das Image auch auslagern (z.Bsp. USB-Stick oder DiskStation), wenn nicht genug Speicher vorhanden ist? Freue mich auf die Antwort. LG Lubbant

    1. Ich kenne WinClone nicht, allerdings sieht es mir nach einem kurzen Besuch der Produktwebsite danach aus, ja.

      Diese Methode funktioniert unabhängig der Partition, da das Image binär 1:1 kopiert wird und daher egal ist, wie das System darauf funktioniert.

      Beim Erstellen des Images wirst du gefragt, wo du es speichern willst. Jedes verbundene Speichermedium kann hier ausgewählt werden, wenn es genug Platz bietet.

      1. Cool, vielen Dank! Dieses Prozedere sollte viel öffentlicher gemacht werden, da Mac OS alles an Bord hat. Wieso gibt es diese Info nicht offiziell von Apple?! LG Lubbant

  2. Hallo Matthias,

    vielen Dank für Deinen Artikel! Ich suche seit einiger Zeit nach einer Möglichkeit, meine Bootcamp Partition zu vergrößern. Ich habe anfangs naiverweise „großzügige“ 100GB ausgewählt, die sich jedoch schnell füllen.

    Meinst Du, man kann ein Image erstellen, die Partition löschen, eine neue größere anlegen und dann das Image mit deiner Anleitung aufspielen? Oder ist die Größe auch ans Image gebunden?

    Kann man die img -> cdr Konvertierung auch komplett auf einem externen Medium durchführen?

    Ich bin wirklich sehr überrascht, dass diese von Softwarteanbietern „komplizierte“ Sache so einfach über das Terminal zu erledigen ist.

    Vielen Dank und liebe Grüße aus Saarbrücken,
    Nicholas

    1. Hallo Nicholas,

      auf welchem Rechner du die Konvertierung vornimmst, ist egal. Hauptsache, sie wird durchgeführt.

      Ob du allerdings mit einem Löschen und erneuten Aufspielen deine Partition vergrößern kannst, kann ich dir nicht sagen. Ich glaube jedoch, dass das nicht ohne weiteres funktioniert, da das Image ebenso wie eine reale Partition sämtliche Daten fest in den Partitionstabellen festgeschrieben hat. Ohne Spezial-Tools wirst du da meines Wissens nach nicht weiterkommen. Du kannst es aber gerne versuchen und berichten.

  3. Hallo.
    Danke für die gute Anleitung. Ich habe noch zwei Anmerkungen.
    1. Bei mir MBP (macOS 10.104.5) ging der Befehl für die Konvertierung nicht. Nach Recherche der Hilfe habe ich herausgefunden das der Befehl so aussehen muss:
    hdiutil convert -format UDTO BOOTCAMP.dmg -o BOOTCAMP.dmg

    Das „-o“ (Output file) muss nach dem Eingabe file kommen.

    2. Wenn man auf dem Mac selbst nicht genug platz hat, funktioniert die Ablage des Images sowie die Konvertierung selbst komplett auf externen Medien (externe Festplatte, NAS ausprobiert) vollkommen Problemfrei.

    Vielen Dank nochmal.
    Für die Aufgabe benötigt man also kein teures Drittprogramm!

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